Die 7 Funktionstypen im Überblick
Wähle einen Funktionstyp aus, um alles darüber zu erfahren:
Ganzrationale Funktionen (Polynome)
Allgemeine Form:
n = Grad (höchster Exponent) • aₙ, aₙ₋₁, ... = Koeffizienten
Was bedeutet das in einfachen Worten?
Eine ganzrationale Funktion ist einfach eine Summe von Potenzen von x. Du nimmst x, quadrierst es, nimmst x³, x⁴ usw., multiplizierst jedes mit einer Zahl (den Koeffizienten) und addierst alles zusammen. Fertig!
Grad 1: Linear
f(x) = 2x + 3
→ Eine Gerade. Steigung konstant.
Grad 2: Quadratisch
f(x) = x² - 4x + 3
→ Eine Parabel (U-Form).
Grad 3: Kubisch
f(x) = x³ - 3x² + 2
→ Wellenform mit einem Wendepunkt.
Grad 4: Quartisch
f(x) = x⁴ - 5x² + 4
→ W-Form oder M-Form möglich.
Wichtige Eigenschaften:
Definitionsbereich:
Immer alle reellen Zahlen (ℝ). Du kannst jedes x einsetzen!
Wertebereich:
Bei geradem Grad: begrenzt (z.B. [minimum, ∞))
Bei ungeradem Grad: alle reellen Zahlen (ℝ)
Nullstellen:
Maximal n Nullstellen (bei Grad n). Können real oder komplex sein.
Extrempunkte:
Maximal n - 1 Extrempunkte (Hoch- und Tiefpunkte).
Verhalten für x → ±∞:
Wird bestimmt durch den höchsten Term (aₙ · xⁿ).
Wie sieht der Graph aus?
Gerade Exponenten (2, 4, 6, ...):
- • Beide Enden zeigen in die gleiche Richtung
- • Bei positivem aₙ: beide nach oben
- • Bei negativem aₙ: beide nach unten
Ungerade Exponenten (1, 3, 5, ...):
- • Enden zeigen in unterschiedliche Richtungen
- • Bei positivem aₙ: links unten, rechts oben
- • Bei negativem aₙ: links oben, rechts unten
Graphen im Vergleich
f(x) = x² (Grad 2)
f(x) = x³ - 3x + 2 (Grad 3)
f(x) = 0.2x⁴ - x² + 1 (Grad 4)
f(x) = 2x + 3 (Grad 1)
Zusammenfassung: Funktionstypen im Überblick
Polynome
f(x) = aₙxⁿ + ... + a₀
- • Definitionsbereich: ℝ
- • Grad bestimmt Form
- • Keine Asymptoten
Exponential
f(x) = a·e^(kx)
- • Definitionsbereich: ℝ
- • Waagerechte Asymptote
- • Wachstum oder Zerfall
Trigonometrisch
f(x) = a·sin(bx+c)+d
- • Definitionsbereich: ℝ
- • Periodisch
- • Wertebereich: [d-|a|, d+|a|]
√Wurzel
f(x) = a·√(x+c)+d
- • Definitionsbereich: x ≥ -c
- • Startet bei (-c|d)
- • Immer flacher werdend
Gebrochenrational
f(x) = Zähler/Nenner
- • Polstellen (Nenner = 0)
- • Senkrechte Asymptoten
- • Waagerechte Asymptote
Logarithmus
f(x) = a·ln(x)
- • Definitionsbereich: x > 0
- • Nullstelle bei x = 1
- • Senkrechte Asymptote: x = 0
Übungsaufgaben
Aufgabe · Leicht
Aufgabe 1: Funktionstyp erkennen
Lösung anzeigen
Aufgabe · Mittel
Aufgabe 2: Definitionsbereich bestimmen
Lösung anzeigen
Aufgabe · Schwer
Aufgabe 3: Asymptoten finden
Lösung anzeigen
Häufige Fehler vermeiden
Typischer Fehler
Definitionsbereich vergessen
Bei Wurzel-, Bruch- und Logarithmusfunktionen den Definitionsbereich nicht beachten.
FalschEinfach berechnen ohne Prüfung
RichtigImmer prüfen: Wurzel ≥ 0, Nenner ≠ 0, Logarithmus > 0
Tipp: Schreibe den Definitionsbereich immer als Erstes auf!
Typischer Fehler
Asymptoten und Definitionslücken verwechseln
Denken, dass bei jeder Definitionslücke eine Asymptote ist.
FalschJede Nullstelle des Nenners ist eine Asymptote
RichtigPrüfen ob Zähler auch 0 wird → hebbare Lücke
Beispiel: f(x) = (x-2)/(x-2) hat bei x=2 eine hebbare Lücke, keine Asymptote.
Typischer Fehler
Exponential- und Potenzfunktionen verwechseln
e^x und x^e verwechseln.
Falschx^e ist eine Exponentialfunktion
Richtige^x ist exponentiell (Variable im Exponent), x^e ist ein Polynom (Variable als Basis)
Typischer Fehler
Kettenregel bei Ableitungen vergessen
Bei zusammengesetzten Funktionen die Kettenregel vergessen.
Falschf(x) = e^(2x) → f'(x) = e^(2x)
Richtigf(x) = e^(2x) → f'(x) = 2·e^(2x)
Kettenregel: äußere Ableitung · innere Ableitung
Ein Beispiel
Vergleiche f(x) = x² und g(x) = 2ˣ an drei Stellen.
- Bei x = 0 gilt f(0) = 0, aber g(0) = 1. Eine positive Basis hoch null ergibt eins.
- Bei x = 2 sind beide Werte 4. Ein gemeinsamer Punkt macht die Funktionen noch nicht gleich.
- Bei x = 3 gilt f(3) = 9 und g(3) = 8. Bei f ist die Basis variabel, bei g der Exponent.
Darauf kommt es an
Beachte Einschränkungen: ist bei x = 0 nicht definiert, √x für reelle Werte nur bei x ≥ 0 und ln(x) nur bei x > 0.
Aufgabe
Welche Definitionsmenge hat f(x) = √(x − 2)?
Lösung und Rechenweg anzeigen
Der Ausdruck unter der Wurzel muss mindestens null sein: x − 2 ≥ 0. Also ist D = [2; ∞).